Sonntag, 9. Juni 2013
Samstag, 8. Juni 2013
Gedanken über den Löwenzahn
Heute möchte ich mich bei dem Löwenzahn bedanken. Er begleitet mich nun schon in jedem meiner Erdenjahre. Unververwüstlich schaut er jedes Frühjahr mit seinem gelben Kopf aus der Erde hervor und überflutet die Wiesen mit seinem Leuchten. Als Kind liebte ich ihn und mir scheint, er liebt auch jedes Kind. Kränze wurden geflochten, sein Milchsaft klebte an den Fingern. Für mich repräsentiert er Löwenmut und Sonnenkraft. Als Heilmittel wirkt er auf das Sonnengeflechts - Chakra, die Verspannungen lösen sich, die Galleflüssigkeit fließt wieder, die Leber kommt ihrer Aufgabe der Entgiftung nach. Als Frühjahrs-Kur mit jungen frischen Blättern ist er unschlagbar. Lebenskraft sprudelt, Lebenslust wird erfahrbar. Mit seinem bitteren Geschmack vertreibt er alle Bitternis aus den Zellen. Lachen wird möglich.
In dem Buch von Thich Nhat Hanh "Ich pflanze ein Lächeln" steht ein kleines Gedicht von einer unbekannten Autorin: "Ich habe mein Lächeln verloren,
aber keine Sorge.
Der Löwenzahn hat es. "
Besser ist es nicht auszudrücken. Einfach wunderbar. Wie wunderbar einfach die Dinge sind, wenn wir zulassen, mit Kinderaugen in die Welt zu schauen. Wir erblicken eine Löwenzahnblüte und entdecken, das er unser verlorenes Lächeln aufbewahrt hat. Nun können wir es uns wieder zurückholen.
Noch weiteres lehrt uns diese wundersame Pflanze. Kaum haben wir uns an seinem kraftspendenen Anblick erquickt und unsere Säfte durch einen Löwenzahnsalat in Bewegung gebracht, macht er eine Verwandlung durch und erstaunt uns durch sein neues, diesmal filigranes Antlitz. Hat uns seine Robustheit überzeugt, zeigt er uns nun die Zartheit seiner Seele. Kleine weiße Schirmchen fliegen im Wind davon.
Beweglichkeit, Wandlung, Veränderung, das ist seine Signatur. Er hält nicht fest an seiner Form. Hier kann er uns zeigen, wie es geht uns im Leben zu verwandeln und Altes hinter uns zu lassen.
Das Leben ist sicher in seiner Kraft. Die kräftige Pfahlwurzel ist kaum aus der Erde zu reissen, so gut ist er verankert im Erdendasein. Seine Fruchtschirmchen machen weite Luftreisen, sie sind Synonym für die Heiterkeit des Daseins.
Heute sage ich dem Löwenzahn Dank, das er mich daran erinnert, dass Standfestigkeit mit Loslassen vereinbar ist.
Montag, 27. Mai 2013
Häutungen
Ich sprach mit einer Jugendlichen. Sie fragt sich, wer sie ist. Sie sucht Puzzleteile zusammen, um ein Bild von sich zu bekommen.
Ein Kind kam in meine Praxis. Es bestand darauf seine Gummistiefel anzubehalten.
Ein Mann, der mir aus seinem Leben erzählte, benannte die Wesenszüge, die ihn ausmachen.
Eine Frau in den Wechseljahren kleidet sich alle paar Monate neu ein. Es ist ihr Weg ihre Veränderungen zu dokumentieren.
Ich stelle mir vor, mein So-Sein abzustreifen, wie eine Schlange ihre Haut.
Kinder sind dünnhäutig. Es ist gut, sie warm einzuhüllen und ihre Zartheit zu beschützen, bis eine Haut gewachsen ist, die kraftvoll genug ist das Grobe in der Welt abzuwehren.
Jugendliche uniformieren sich gern. Das ist nicht schlimm, so lange keine Identifizierung mit dem Unimono stattfindet. Solange bis das Individuelle sich geformt hat und herauskommt, wie eine Blüte aus einer Kapsel.
Männer legen sich gerne eine Panzerhaut zu. Sie sind unverwundbar und kämpfen täglich in einer einsamen Schlacht. Manchmal hilft nur eine Operation das Herz freizulegen.
Frauen tragen ihre Haut zu Markte. Je straffer, um so besser. So bleibt die Traurigkeit drinnen.
In den Wechseljahren häuten sich Männer und Frauen.
Alle Häute, die im Laufe des Lebens angelegt wurden, werden wieder abgelegt. Haut für Haut.
Erst wird die Haut groß und weit und wellt sich. Es werden alle Sorgen und Ängste und Traurigkeiten sichtbar. Dadurch wird der Mensch sympatisch. Vor allem, wenn er mal lächelt und die Häute sich zusammenschieben.
Die alten Masken fallen ab, die Häute schrumpfen, die Wahrheit kommt ans Licht. Das tut gut.
Man nennt es den Alterungsprozess. Dies ist etwas ganz und gar wunderbares, weil nun der Kern des Menschen hervorkommt. Oder anders ausgedrückt: die Häute wie bei einer Zwiebel abgelöst werden und der Hohlraum, über den sich die Häute gestülpt haben, näher rückt. Das ist eine Leere, die, wenn man ihr zuhört, tönt. Aus der Leere tönt das Lebenslied. Es ist ein Liebeslied und besingt das Leben als Mensch auf der Erde. Darum geht es . Es ist ein wesenhaftes Lied.
Manche beginnen im Alter zu malen oder zu komponieren, bestellen den Garten, züchten Rosen oder Pferde oder spielen mit den Enkeln. Darauf läuft alles heraus.
Nichts kompliziertes. Ein reiner klarer Ton. Dieses Sein läßt sich nicht abstreifen. Es ist. Nur die Vorstellungen und Pläne und Wünsche verabschieden sich, wenn alles gut geht. Bis auf die allerletzte Haut, die das Sein umhüllt. Sie geht mit dem letzten Atemzug.
Ein Kind kam in meine Praxis. Es bestand darauf seine Gummistiefel anzubehalten.
Ein Mann, der mir aus seinem Leben erzählte, benannte die Wesenszüge, die ihn ausmachen.
Eine Frau in den Wechseljahren kleidet sich alle paar Monate neu ein. Es ist ihr Weg ihre Veränderungen zu dokumentieren.
Ich stelle mir vor, mein So-Sein abzustreifen, wie eine Schlange ihre Haut.
Kinder sind dünnhäutig. Es ist gut, sie warm einzuhüllen und ihre Zartheit zu beschützen, bis eine Haut gewachsen ist, die kraftvoll genug ist das Grobe in der Welt abzuwehren.
Jugendliche uniformieren sich gern. Das ist nicht schlimm, so lange keine Identifizierung mit dem Unimono stattfindet. Solange bis das Individuelle sich geformt hat und herauskommt, wie eine Blüte aus einer Kapsel.
Männer legen sich gerne eine Panzerhaut zu. Sie sind unverwundbar und kämpfen täglich in einer einsamen Schlacht. Manchmal hilft nur eine Operation das Herz freizulegen.
Frauen tragen ihre Haut zu Markte. Je straffer, um so besser. So bleibt die Traurigkeit drinnen.
In den Wechseljahren häuten sich Männer und Frauen.
Alle Häute, die im Laufe des Lebens angelegt wurden, werden wieder abgelegt. Haut für Haut.
Erst wird die Haut groß und weit und wellt sich. Es werden alle Sorgen und Ängste und Traurigkeiten sichtbar. Dadurch wird der Mensch sympatisch. Vor allem, wenn er mal lächelt und die Häute sich zusammenschieben.
Die alten Masken fallen ab, die Häute schrumpfen, die Wahrheit kommt ans Licht. Das tut gut.
Man nennt es den Alterungsprozess. Dies ist etwas ganz und gar wunderbares, weil nun der Kern des Menschen hervorkommt. Oder anders ausgedrückt: die Häute wie bei einer Zwiebel abgelöst werden und der Hohlraum, über den sich die Häute gestülpt haben, näher rückt. Das ist eine Leere, die, wenn man ihr zuhört, tönt. Aus der Leere tönt das Lebenslied. Es ist ein Liebeslied und besingt das Leben als Mensch auf der Erde. Darum geht es . Es ist ein wesenhaftes Lied.
Nichts kompliziertes. Ein reiner klarer Ton. Dieses Sein läßt sich nicht abstreifen. Es ist. Nur die Vorstellungen und Pläne und Wünsche verabschieden sich, wenn alles gut geht. Bis auf die allerletzte Haut, die das Sein umhüllt. Sie geht mit dem letzten Atemzug.
Dienstag, 21. Mai 2013
Stimmungen
Der Himmel hat mich umgestimmt
eben noch verstimmt
wurde ich angerührt wie ein Instrument
und bin gestimmt, fühle mich stimmig, stimme überein mit der Bläue, dem Schwung der Wolken und dem Licht
bin stimmungsvoll, in Stimmung dir zu sagen, das es nun stimmt, wie es ist.
Gestern noch schlug es mir auf die Stimmung, das Sein,
konnte nicht reden, es veschlug mir die Sprache, hatte sie verloren: die Stimme, stimmlos,
wollte nicht dafür und nicht dagegen sein, es ergab sich, das wir nicht abstimmten
und alles blieb unstimmig.
Doch jetzt, wo das Stimmungsbarometer gestiegen
und ich wie durch eine Stimmgabel gestimmt wurde
durch den Himmel und seine im Wind gewirbelten Wolken
erhebe ich meine Stimme und singe
P.S Nicht wahr, das ist sie doch vor allem: die Homöopathie, sie ist eine Umstimmungs-Therapie. Berührt von einer Arzneifrequenz, verwirbelt und durchgeschüttelt von einer passenden Potenz werden wir umgekrempelt, umgestülpt, umgestimmt und direkt in unsere Mitte hineinkatapultiert und dort verankert. Von dort aus schwingen wir wieder kongruent mit dem Leben mit. Das ist wie mitten im Fluß schwimmen: kraftvoll eingetaucht sein im lebendigen Wasser und ungehindert den Stromschnellen folgen.
Donnerstag, 18. April 2013
Samstag, 13. April 2013
Kreisläufe
Seit vielen Jahren mache ich die Erfahrung, daß die Menschen immer weniger wissen, wie sie sich bei akuten Erkrankungen verhalten sollen. Oft wissen sie nicht mehr, was das Wort Bettruhe bedeutet. Wenn der Körper sie nicht mit aller Macht zwingt, sich zu legen, zu schlafen oder auszuruhen, tun sie alles alltägliche weiter. Sie rappeln sich hoch, treiben sich an und voran, betäuben mit künstlichen Mitteln den Schmerz, sprayen die Nasenschleimhäute ab, unterdrücken den Husten und machen immer weiter. Auch die Kinder dürfen nicht mehr krank sein. Sie müssen immer funktionieren und wie Erwachsene im Trott des Alltags nicht zurückbleiben. Zu Tonnen werden Anti-Bio-Mittel verabreicht. Es sind Mittel, die das Leben killen. Ruft nicht jedes Anti eine Gegenkraft hervor. Welche Gegenkraft wird hervorgerufen, wenn ich mich gegen die Krankheit wende, wenn ich gegen sie vorgehe. Vielleicht merke ich es nicht sofort, doch folgt oft nach der Antibiotika-Behandlung eine Pilzinfektion, nach einer schnell unterdrückten Symtomatik entwickelt sich ein neues Krankheitsgeschehen.
Für mich ist eine Krankheit ein Gast, der an meiner Tür klingelt.
Ich horche auf, gehe zur Tür und öffne. Vor mir steht ein mir nicht ganz Unbekannter. Vielleicht weiß ich seinen Namen nicht, aber irgendwie ist er mir vertraut. Ich frage nach seinem Anliegen. So komme ich ins Gespräch. Ja natürlich gibt es Anteile in mir, die den ungebetenen Besucher abwimmeln wollen. Ich möchte mich gar nicht mit dem Thema befassen, mit dem er daherkommt.Wenn ich aber merke, das die Thematik dringlich ist, lasse ich ihn eintreten. Und nun beginnt ein Dialog, der in einen Prozess mündet, der ein Krankheitsprozess ist. Er währt solange, wie der Gast (um im Bild zu bleiben) an Zeit benötigt, mir sein Anliegen vollständig zu erläutern und ich bereit bin ihm wirklich zuzuhören, die Botschaft verstehe und sie als Neuerung in meinem System akzeptiere und damit auch die Veränderung, die sie in mir einläutet. Der Besuch endet, indem der Gast meine Wohnung wieder verläßt und ich um eine wesentliche Information reicher bin als zuvor. Sie dient mir in meinem Leben als gelebte Erfahrung.
Ganz klar geschieht das eben beschriebene unbewußt, geschähe es bewußt, wäre ich mir auch über den Sinn und die Botschaft der Krankheit im Klaren und bräuchte somit die Krankheit nicht.
Wenn ich aber den Gast eintreten lasse ( ich bin krank geworden), wirtschafte allerdings die ganze Zeit weiter, wie sonst auch, sitzt mein Gast unbeachtet herum. Das ist nicht nur unhöflich, es ist auch verschwendete Zeit. Das was mir an Gewinn durch die Krankheit zukommen möchte, kann mich nicht erreichen, im Gegenteil, ich habe außerdem meine Kräfte gegen mich verwendet und damit wichtige Ressourcen verschleudert.
Die meiste Zeit des Lebens verbringen wir so, als säßen wir in einer Rakete, die uns in unablässigem Tempo auf rasender, gerader Bahn ins Unendliche katapultiert.
Wir vergessen, das sich das Leben auf einer Kreisbahn befindet. Der Tag beginnt am Morgen, steigert sich in den Tag, der Nachmittag neigt sich dem Abend zu und verschwindet in der Nacht. Am nächsten Tag beginnt alles wieder und doch neu. Die Nacht ist zum verdauen, verarbeiten, ruhen, erholen, innenlauschen, träumen und wachsen da. Gelingt es, erwachen wir erfrischt.
Die uns ereilende akute Krankheit holt eine oder viele vergessene Nachtruhen oder einen versäumten Winterschlaf nach. Es ist ein Abtauchen aus dem Außen ins Innen. Krankheit überwältigt uns, wenn wir vergessen haben, daß ein Projekt an sein Ende gekommen ist und die Kräfte sich nun sich wie im Winterzustand zurückziehen müssen, um sich davon zu lösen und ein neues Projekt der Zukunft zu träumen.
In der Kindheit werden durch Krankheit die Erblasten der Ahnen verarbeitet, werden Informationen aus den kollektiven Erfahrungen der Menschheit geholt, wird das Seele-Geist-Körper-Gefüge optimiert und so auf das Menschenleben vorbereitet.
Zum Schuß möchte ich noch sagen, was ich meine, wenn ich Bettruhe sage:
Kein Handy, kein Laptop, kein Fernsehen, keine Drogen....
Dafür Stille, Wärme, freundliche Besucher, die spüren, was gebraucht wird, heisse Getränke, federleichte einfache Kost, unterstützende Heilbehandlungen, liebevolles sich selbst bemuttern, sich selbst annehmen und in den Arm nehmen. Die Gedanken und Gefühle, die auftauchen, ehren und die Ergebnisse der Veränderung aufschreiben oder aufmalen. Sich genügend Zeit zum gesund werden geben, in dieser Zeit tun, was schon lange aufgeschoben wurde.
Wenn ich aber den Gast eintreten lasse ( ich bin krank geworden), wirtschafte allerdings die ganze Zeit weiter, wie sonst auch, sitzt mein Gast unbeachtet herum. Das ist nicht nur unhöflich, es ist auch verschwendete Zeit. Das was mir an Gewinn durch die Krankheit zukommen möchte, kann mich nicht erreichen, im Gegenteil, ich habe außerdem meine Kräfte gegen mich verwendet und damit wichtige Ressourcen verschleudert.
Die meiste Zeit des Lebens verbringen wir so, als säßen wir in einer Rakete, die uns in unablässigem Tempo auf rasender, gerader Bahn ins Unendliche katapultiert.
Die uns ereilende akute Krankheit holt eine oder viele vergessene Nachtruhen oder einen versäumten Winterschlaf nach. Es ist ein Abtauchen aus dem Außen ins Innen. Krankheit überwältigt uns, wenn wir vergessen haben, daß ein Projekt an sein Ende gekommen ist und die Kräfte sich nun sich wie im Winterzustand zurückziehen müssen, um sich davon zu lösen und ein neues Projekt der Zukunft zu träumen.
In der Kindheit werden durch Krankheit die Erblasten der Ahnen verarbeitet, werden Informationen aus den kollektiven Erfahrungen der Menschheit geholt, wird das Seele-Geist-Körper-Gefüge optimiert und so auf das Menschenleben vorbereitet.
Zum Schuß möchte ich noch sagen, was ich meine, wenn ich Bettruhe sage:
Kein Handy, kein Laptop, kein Fernsehen, keine Drogen....
Dafür Stille, Wärme, freundliche Besucher, die spüren, was gebraucht wird, heisse Getränke, federleichte einfache Kost, unterstützende Heilbehandlungen, liebevolles sich selbst bemuttern, sich selbst annehmen und in den Arm nehmen. Die Gedanken und Gefühle, die auftauchen, ehren und die Ergebnisse der Veränderung aufschreiben oder aufmalen. Sich genügend Zeit zum gesund werden geben, in dieser Zeit tun, was schon lange aufgeschoben wurde.
Montag, 8. April 2013
Bäume in der Stadt
| im Park Schloß Charlottenburg Mai 2012 |
Heute muss ich mir etwas von der Seele reden: kaum gibt es ein paar Sonnenstrahlen, kündigen sich die Baumpfleger an. Bereits im vorigen Jahr haben sie in der Straße die Bäume beschnitten und nun kommen sie wieder. Sie gingen nicht zimperlich zu Werke, die Bäume in meinem "Kiez" waren unvorstellbar grausam verstümmelt, regelrecht zuschanden gesägt. Mir tat das Herz weh und wenn ich daran denke, dass es in dieser Woche wieder passiert, bekomme ich Bauchschmerzen.
Es ist die Zeit, in der die Vögel ihre Nester bauen und beginnen zu brüten. Es gibt keine Rücksicht.
Auch der Bund für Umwelt u. Naturschutz beklagt das rigerose Vorgehen gegen Bäume und Vögel in der Stadt. Wenn Bäume gefällt wurden, werden sie nicht ersetzt, es hat dazu geführt, das viele tausend Bäume im Stadtbild fehlen. Berlin ist die Stadt mit der grünen Lunge gewesen. Diese droht verloren zu gehen.
| als der Baum noch vor meinem Fenster stand |
Als ich im letzten Jahr versuchte Spenden zu sammeln, um den gefällten Baum vor unserem Haus zu ersetzen, wurde ich von einigen Mietern verständnislos angeschaut, ihnen war es egal, ob ein Baum in der Straße steht oder nicht.
| fast ein Jahr später |
Ich weiß, es gibt viele, die sehr engagiert sind und Bäume in den Straßen pflanzen. Ich wünsche mir noch mehr Bewußtsein über unsere existenziell notwendige Mitwelt, die das gleiche Recht auf Lebensraum hat, wie wir Menschen, die wir ständig mehr für uns beanspruchen.
Laßt uns alle schneller aufwachen!
Nachtrag am 15.April: Vielleicht glaubt ihr mir nicht, aber in meinem Teil der Straße wurden die Bäume von den Baumpflegern verschont. Heute wurden die Schilder abgeräumt. Als ich mich in der letzten Woche so hilflos fühlte, sprach ich ein Gebet und bat um Segen für die Bäume. Ich bin sehr verblüfft, aber das Ergebnis seht ihr hier:
| die geschonten Bäume |
| und der Himmel über der Stadt |
Freitag, 29. März 2013
Der Frühling will noch nicht kommen
Das blaue Band der Frühlings-Heiterkeit schlummert träumend in den Knospen
Flocken weißer Watte vor den Fenstern tanzen einen sanften Reigen Die Feuerkräfte, betäubt vor Kälte, liegen still im Erdreich.
Wann? tschilpt ein Spatz und eine Meise ruft: Bald!
Warten!
Es ist noch nicht so weit, im Verborgenen geschehen die Aufräumarbeiten, die Verarbeitungs-Prozesse, die Wandelumstülpungen, die Schmerzvertilgungen.
Die Trauer hat um Aufschub gebeten, nicht vorstellbar, daß die ungehobelten Gesellen der Frühlingskräfte mit ihrem lauten Getöse des Berstens, Aufbrechens, Explodierens, Wegsprengens die Stille der Trauer stören. Und erst die Knallfarben, die in die Augen springen werden und das Vergangene zerreissen, alles neu machen, ungeachtet der Verluste in der Vergangenheit.
Ein paar Tage Aufschub noch!
Warten auf die Auferstehungs-Impulse, bald ist das neue Kleid gewebt: in hellem Grün mit vielfarbigen Tupfen, ein blauer Schal um die Schultern geschlungen wird froh in den lauen Lüften flattern.
Flocken weißer Watte vor den Fenstern tanzen einen sanften Reigen Die Feuerkräfte, betäubt vor Kälte, liegen still im Erdreich.
Wann? tschilpt ein Spatz und eine Meise ruft: Bald!
Warten!
Es ist noch nicht so weit, im Verborgenen geschehen die Aufräumarbeiten, die Verarbeitungs-Prozesse, die Wandelumstülpungen, die Schmerzvertilgungen.
Die Trauer hat um Aufschub gebeten, nicht vorstellbar, daß die ungehobelten Gesellen der Frühlingskräfte mit ihrem lauten Getöse des Berstens, Aufbrechens, Explodierens, Wegsprengens die Stille der Trauer stören. Und erst die Knallfarben, die in die Augen springen werden und das Vergangene zerreissen, alles neu machen, ungeachtet der Verluste in der Vergangenheit.
Ein paar Tage Aufschub noch!
| Kreuzberg im Frühling |
| East-Side-Gallery |
Montag, 25. März 2013
Hoffnung
für mich bedeutet dies der Wunsch, die Dinge, das Leben, die Bedingungen mögen sich in Zukunft verändern und das zum Besseren hin. Von Krankheit zu Heilung, von Einsamkeit zu Verbundenheit, von Armut zu Reichtum ect. Wahrscheinlich eher in Anerkenntnis der Beschränkungen, in denen wir manchmal auch nur meinen existieren zu müssen, sind es graduelle Veränderungen, auf die wir hoffen: ein paar Stunden ohne Rückenschmerzen, eine ruhige Nacht mit tiefem Schlaf, der Gewinn eines Wochenend-Aufenthaltes in einem Bio-Hotel, eine Begegnung mit einem lieben Menschen, den man lange nicht gesehen hat. Wir beugen uns nach vorne und bewegen uns damit ein Stück in die Zukunft. Wir legen ein Hoffnungs-Band nach vorne aus mit den darauf geschriebenen Hoffnungen und hoffen, daß die Zukunft es lesen und uns dann hoffentlich mit dem Gewünschten beglücken wird. Wir versuchen auch die Zeichen in der Gegenwart zu lesen, die hindeuten können auf die Entwicklung in den nächsten Stunden, Tagen, Wochen, Jahren.
| Morgenrot über den Alpen |
| Hoffnungsträger: Doppelter Regenbogen |
Eine gravierende Erfahrung der Hoffnungslosigkeit durchlebte ich, als ich im letzten Jahr eine Arzneimittel-Prüfung der Krebs-Nosode (in einer homöopathischen Potenzierung) durchführte. Ich erlebte mich grauenvoll abgetrennt von der Welt, den Menschen, der Natur und gleichzeitig schwand jegliches Vertrauen in Künftiges, eine bodenlose Hoffnungs- u. Sinnlosigkeit breitete sich aus. Ich beendete den Versuch und nach einigen Tagen kehrte meine hoffnungsfrohe Grundstimmung zurück, ich war sehr erleichtert und konnte mich meines Lebens wieder freuen.
Ich verstand, daß Hoffnung ein grundwesentliches Element in unserem Leben ist, nichts zu tun hat mit naiven, blauäugigen Schönmalereien u. Ausschmückungen des Daseins, sondern ein tragender Baustein für Kommendes beinhaltet. Auch wenn wir im Laufe des Lebens die Erfahrung machen, daß unsere Planungen und Wünsche für die Zukunft selten so aufgehen, wie vorgestellt, so rollen uns unsere Hoffnungen eine Art roter Teppich in das Unbekannte hinein. Auf ihm lässt sich hoffnungsvoll voranschreiten, selbst wenn sonst alles in Scherben geht, uns Krankheiten zu überwältigen drohen oder schicksalhafte Wendungen uns in die Knie zwingen.Selbst ein Fünkchen Hoffnung hilft uns, uns wieder aufzurichten und weiter zu gehen.
| Ein Hoffnungs-Streif am Horizont |
Wir sagen: "Die Hoffnung stirbt zuletzt." Ja und das ist gut so, es ist die Gewißheit, das es immer weiter geht. Es ist ein geheimnisvolles Teilchen, welches uns durch das Leben trägt und das trotz vielerlei Wandlungen, die wir durchmachen, wie ein Überlebensmolekül substanziell unwandelbar bleibt. Ich möchte nicht darauf verzichten.
Nachtrag: Heute, am 3. April, las ich ein wunderbares Zitat von Vaclav Havel. Ich möchte es gerne weitergeben:
"Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, egal wie es ausgeht."
Sonntag, 17. März 2013
Reflexionen
die Welt der Krankheit ist eine Innenwelt. Da drückt sich aus, was lange nicht geschaut, was lange nicht zu Gehör kam, was lange nicht berührt wurde.
In der ersten Krankheitsphase geht es weit zurück: einrollen, Embryonalhaltung, schwimmen im Halbdunkel des Fruchtwassers, im Dämmer des Fiebers archaische Unterwasser- u. Urschlamm-Szenarien - Krokodile, Echsen, Drachen, Saurier - Köpfe, die emportauchen und wieder verschwinden, Strudel, Schlammmassen, sich wälzende Erdschlangen, drehende, spiralige Bewegungen, pockennarbige aufbrechende Erdkrusten, dazwischen die Echsenaugen, umgeben von bindegewebigen Höckern, tief abfallende Gebirgsketten, unterirdische Tropfsteinhöhlen, voll mit Gestalten und Formen; ein altes Gehirn in mir ist aktiviert, es erinnert sich an den Beginn der Erde, träge wiederspiegelt es die Millionen von Jahre, die an mir vorbeiziehen, wie in einem Film.
Gleichzeitig ist ein zeitnahes Gehirnarreal sehr wach: Geschichten um Geschichten treten zu Tage, sprudelnd wie ein hervordrängender Bach aus einer Felsspalte stoßen sie hervor, sie tragen Gesichter, haben Dialoge, spielen in Landschaften, haben Beginn, Entwicklung, Höhepunkt und einen Schluß.
Ich liege tagelang mit geschlossenen Augen, die inneren Bilder rollen ab, wie auf einer Leinwand.
Mein Arzt lächelt, als ich ihm berichte und sagt: Man muß sich vorstellen, daß diese Krankheit eben auch mit einer leichten basalen Meningitis einher geht.
Mich beunruhigt das nicht. Ich habe eine Jugendkrankheit und in meinem höheren Alter bedeutet es, daß Blockaden, die in meiner FruchtwasserZeit und im Jugendalter gesetzt wurden, nun aufgelöst werden.
Mein Heil-Frauen-Team unterstützt mich im Heilprozeß. Es gibt Globuli und Urtinkturen, Lichtmedizin und Schwingungs-Heilbehandlungen. Außerdem Kinderkost und viel Zuwendung! Danke Christiane & Astari & Irene & Doris & Barbara & Martina & Alina! Und Andrea vertritt mich wie schon oft und das seit beinahe zwei Jahrzehnten in meiner Praxis. Danke auch Dir für Deine liebevolle und kompetente Versorgung meiner Patienten!
In der zweiten Krankheitsphase sitze ich in meinen Kissen und die äußere Welt gewinnt wieder etwas mehr Gesicht. Sonnenstrahlen, die im Zimmer umhertanzen, wenig klassische Musik aus dem Radio und meine Besuche erfreuen mich. Viel Ruhe ist noch nötig, der Schlaf nimmt mich immer wieder mit in sein Reich.
In der ersten Krankheitsphase geht es weit zurück: einrollen, Embryonalhaltung, schwimmen im Halbdunkel des Fruchtwassers, im Dämmer des Fiebers archaische Unterwasser- u. Urschlamm-Szenarien - Krokodile, Echsen, Drachen, Saurier - Köpfe, die emportauchen und wieder verschwinden, Strudel, Schlammmassen, sich wälzende Erdschlangen, drehende, spiralige Bewegungen, pockennarbige aufbrechende Erdkrusten, dazwischen die Echsenaugen, umgeben von bindegewebigen Höckern, tief abfallende Gebirgsketten, unterirdische Tropfsteinhöhlen, voll mit Gestalten und Formen; ein altes Gehirn in mir ist aktiviert, es erinnert sich an den Beginn der Erde, träge wiederspiegelt es die Millionen von Jahre, die an mir vorbeiziehen, wie in einem Film.
Gleichzeitig ist ein zeitnahes Gehirnarreal sehr wach: Geschichten um Geschichten treten zu Tage, sprudelnd wie ein hervordrängender Bach aus einer Felsspalte stoßen sie hervor, sie tragen Gesichter, haben Dialoge, spielen in Landschaften, haben Beginn, Entwicklung, Höhepunkt und einen Schluß.
Ich liege tagelang mit geschlossenen Augen, die inneren Bilder rollen ab, wie auf einer Leinwand.
Mein Arzt lächelt, als ich ihm berichte und sagt: Man muß sich vorstellen, daß diese Krankheit eben auch mit einer leichten basalen Meningitis einher geht.
Mich beunruhigt das nicht. Ich habe eine Jugendkrankheit und in meinem höheren Alter bedeutet es, daß Blockaden, die in meiner FruchtwasserZeit und im Jugendalter gesetzt wurden, nun aufgelöst werden.
Mein Heil-Frauen-Team unterstützt mich im Heilprozeß. Es gibt Globuli und Urtinkturen, Lichtmedizin und Schwingungs-Heilbehandlungen. Außerdem Kinderkost und viel Zuwendung! Danke Christiane & Astari & Irene & Doris & Barbara & Martina & Alina! Und Andrea vertritt mich wie schon oft und das seit beinahe zwei Jahrzehnten in meiner Praxis. Danke auch Dir für Deine liebevolle und kompetente Versorgung meiner Patienten!
In der zweiten Krankheitsphase sitze ich in meinen Kissen und die äußere Welt gewinnt wieder etwas mehr Gesicht. Sonnenstrahlen, die im Zimmer umhertanzen, wenig klassische Musik aus dem Radio und meine Besuche erfreuen mich. Viel Ruhe ist noch nötig, der Schlaf nimmt mich immer wieder mit in sein Reich.
Montag, 11. März 2013
Krank sein bedeutet, auf weiße Wände zu schauen
Es gab manches Schöne: das Fahren in einem Wagen, gezogen von Max und Moritz, den Ponies auf dem Strand. Abends vor dem Einschlafen ertönte das Schifferklavier und das ganze Haus wurde erfüllt von Seemannsliedern. Die Kinder saßen auf den breiten Treppen und sangen aus vollem Halse mit.
Nur zugenommen habe ich nicht, ich war sehr klein, die Jungs auf meinem Zimmer entwendeten meinen Bären, meinen besten Freund und spielten mit ihm Kickboxen. Schließlich wurde ich krank.
Ich lag ganz allein auf der Krankenstation in einem weiß getünchten Zimmer. Alles war weiß: der Boden, die Wände, die Decke, die Türe, die Möbel, die Bettwäsche. Es gab kein Bild, keinen Farbtupfer.
Ich lag dort sehr einsam, kaum kam jemand kurz herein, vielleicht schlief ich auch die meiste Zeit
Ich erinnere mich nur an die wie endlos erscheinende Weiße, wie eine unendliche Schneelandschaft, ein Gebiet im Polarkreis, in der der Wind, sowie auch die Stille zu Hause sind.
Seitdem bedeutet Krankheit für mich auf weiße Wände zu schauen.
Auch wenn ich in meiner bunten Wohnung liege, sehe ich das Weiß.
Die ganze Welt, die sich so turbolent gestaltet, ist plötzlich wie weg gewischt. Es ist nichts mehr da was mich irgendwie aufregt oder in Gang hält. Auf dieser weißen Fläche ist erst einmal nichts enthalten, es beruhigt mich, macht meine Sinne still.
Ich liege und sehe das Weiß - stundenlang. Es tut gut.
Ich weiß im Weiß ist alles enthalten und nach überstandener Krankheit treten alle Farben aus ihm hervor und die Welt dreht sich für mich weiter.
Sonntag, 3. März 2013
Reisetagebuch
| 21. Februar 2013 |
Es geht los, meine Arbeitsreise führt mich in den Schwarzwald auf den Dachsberg. Das Auto blieb in Freiburg, dahin geht's erst einmal mit dem Zug, quer durch die Nation, quer durch graue Suppe.
In der sonnenverwöhntesten Stadt bleibt der Himmel bedeckt, mal sehen, wie es auf dem Berg ist.
| 25. Februar |
Natürlich gab es auch ein kleines Seminar. Es ging um Zustände der Verdauung: das gelingt nicht mehr einwandfrei: wir haben nicht mehr Muße die Nahrung ausreichend zu zerkauen, vieles schlingen wir nur so herunter und das bleibt schwer im Magen liegen oder quält sich durch den unendlichen Verarbeitungstrakt, vom perfektem Scheiden ganz zu schweigen. Ja und so geht es mit allem, was wir aufnehmen, der ganze Input: Informationen, Eindrücke, Impulse, irrwitzige Mengen von Influt; wir kriegen das kaum noch verdaut. Kein Wunder, das wir uns oft belastet oder sogar vergiftet fühlen! Neben vielen möglichen Maßnahmen und Heilmitteln faßten wir die Taube - Columba palumba und den Birnbaum - Pyrus communis ins Auge.
Die sanfte Taube hilft uns beim sortieren: die guten ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen. Sie versteht auch das Handwerk des Frieden machen - nicht klein beigeben um des "lieben Friedens willen", sondern nur noch hilfreich sein, wenn es zu einer Lösung führt und damit zu einer Veränderung, Unterscheidungsfähigkeit ist hier die Gabe. Dabei unterstützt auch die Birne als Arznei: auf kluge Weise und mit Standfestigkeit werden Krisen gemeistert, kein Helfersyndrom mehr, nur noch handfeste Ratschläge und Taten, die zum Ziel führen. So kommt echter Frieden in die Welt - adé Scheinheiligkeit!
Viele wunderbare Begegnungen gab es mit den "Eingeborenen", sowie den "Zugvögeln", wie ich es auch einer bin. Und beeindruckt, was sag' ich, überwältigt bin ich immer wieder neu von der Natur, hier noch ein paar Kostproben.
| Lichtbad im Schnee am 2. März |
Abonnieren
Posts (Atom)