Die Blätter an den Bäumen in dem Hof vor meinem Fenster sind fast alle abgefallen. Ich schaue durch die Stämme und Zweige auf das gegenüberliegende Haus. Grau ist der Himmel und kalt ist die Stadt.
Freunde von mir haben Geburtstag, es gibt Wärme Lichter Kerzen Blumen Freundliche Gespräche.
Schwarz ist der Freitag, in der Börse das schwarze Nichts.
Ich telefoniere mit einer Freundin, sie hat Zahnschmerzen und außerdem ihr Konto überzogen. Mit ihrem kleinen Budget füttert sie Vögel und Katzen. Ich tröste meine Unzulänglichkeit ihr wirklich helfen zu können mit einer Tasse Kaffee und einem Riegel Schokolade.
Erstmalig seit fünf Jahren schreibe ich einen Beitrag auf diesem BLOG. Die Welt ist in dieser Zeit verändert, kaum wieder zu erkennen. Mein Lebensgefühl ist auf die Größe einer Kaffeebohne geschrumpft.
Das Radio habe ich ausgeschaltet. Ich höre meine CD's, sie sind wie aus einer versunkenen Welt. Auf dem Monitor schaue ich den Film "Die Nebel von Avalon" und ich weiß, das Avalon im Nebel verschwunden ist. Wir erleben einen ebensolchen Paradigmenwechsel und manchmal fühle ich mich wie auf einer Achterbahn. Woran festhalten?
Manchmal sitze ich mit meinen Freundinnen zusammen und wir jammern eine Weile unseren Weltschmerz heraus. Ich finde es wichtig, das zu tun, damit die Stimmungen nicht den Körper vergiften.
Gestern bekam ich eine Einladung zu einem Workshop indem es um die inneren Widerständigen geht, die wenn wir sie kennenlernen den Weg bereiten aus dem Dilemma herauszukommen. Der November läßt das Außenlicht ausfallen, damit wir das Innenlicht anschalten, wenn wir bereit sind uns davon finden zu lassen.
Heute Nachmittag schreibe ich Euch nach langer Zeit und ich finde es ist ein Fortschritt heraus aus der Starre vergangener Jahre.
Bevor der Tag zum Abend hin ganz dunkel wird bemerke ich noch die vielen vielen neuen Knospen an der Magnolie vor meinem Küchenfenster. Von einem schützenden Flies umhüllt warten sie jetzt bereits auf das Frühjahr. Das berührt mich. Ich schaue in meine Bücher welche Heilkraft dieser Pflanze innewohnt: sie "hilft bei: lang andauernden, verhärteten Verhaltensweisen und Körperstrukturen, bricht Verkrustungen auf, die einen daran hindern an den Kern eines Problems zu gelangen.... ..die Magnolie bricht Blockaden im Denken, Fühlen und Handeln auf, wenn man das Selbstverständliche nicht sieht und sich scheut, einen Entwicklungsschritt zu machen.....*
Ich spüre, ich bin friedlicher mit mir selber und bereitwilliger anzuerkennen das gerade das Alte und Überflüssige absterben muß. Das das Neue indes bereits vorbereitet ist und in der Lage ist die Zeit der Kälte und Unwirtlichkeit zu überdauern.
* aus "Illustrierte Enzyklopädie der einheimischen Blütenessenzen" Edition Tirta